Cabo Verde ( 2001 )

Die Kapverdischen Inseln gehörten schon lange zu einem meiner
Wunschreiseziele. Eigentlich müßte ich also meinem Boß dankbar sein,
daß er mich im März 2001 in Urlaub schickte.

Aufgrund von Reisepreis, Flugzeit ( ca. 6 Stunden ) und Verfügbarkeit flog
ich dann am 15.03.2001 von Stuttgart nach Sal, wo ich am Flughafen von
der Neckermann Reiseleiterin “Mercedes Santamaria Celis” mit einem
Briefumschlag empfangen wurde. So ist es halt auf den Kapverden,
bis zur Ankunft geht alles nach Plan, aber auf den Inseln ist dann viel
Flexibilität gefordert. Mein Weiterflug von Sal nach Boavista wurde
gleich mal um einen Tag verschoben, da angeblich keine
Flugplätze mehr frei waren. Ist ja eigentlich auch verständlich,
ich hatte ja erst vor 6 Wochen gebucht.
Als der Rückflug dann aber auch noch drei Tage früher sein sollte,
habe ich mich erfolgreich gewehrt.
Also, nicht gleich aufgeben.

So verbrachte ich also die erste Nacht in einem einigermaßen
sauberen Zimmer im Hotel Novorizonte auf Sal.
(Zu große Ansprüche sollte man auf den Kapverden allerdings nicht haben).
Der erste Tag war dann nichts besonderes, denn Sal ist meiner
Meinung nach nicht unbedingt eine Reise wert.
So war ich ganz froh als es am Samstag
nach Boa Vista weiterging. Die kleine Maschine der Fluglinie
“Capo Verde Express” war recht neu
und somit war der Flug sehr angenehm.
( Neckermann fliegt sonst immer mit der TACV )

Wo sind eigentlich die Kapverdischen Inseln ?
ca. 500 Km vor der westafrikanischen Küste

Hotel Estoril
Hotel Dunas
Marine Club


Es gibt auf der Insel nur drei Hotels, die dem westlichen Standard
entsprechen,und die sind eigentlich immer ausgebucht.
So kann ich nur jeden warnen, nicht ohne gebuchtes Zimmer
auf die Insel zu fliegen. Während meines zweiwöchigen
Aufenthalts kam es mehrmals vor, das Leute am Strand schlafen mußten.

Als Hotel habe ich das “Estoril” gewählt und ich würde es wieder tun,
es liegt zwar am Rande des Ortes
“Sal Rei” ist aber dafür sehr ruhig und liegt in der Nähe des
“Tortuga Beach Club” und somit fast direkt am Anfang des wunderschönen
kilometerlangen Sandstrandes an der “Praia da Chave” wo man stundenlange
Strandspaziergänge machen kann, manchmal ohne einen Menschen zu treffen.
Bei diesem Hotel sollte man allerdings die Italienische Küche mögen.





Das Dunas befindet sich direkt im Ort, in der Nähe des Hafens,
bietet dafür aber kostenlose Sonnenschirme und Liegestühle im
“Tortuga Beach Club” (kosten sonst ca. 5,- € pro Liege und Tag)
der Beach Club ist aber recht weit entfernt (ca. 1 - 1,5 Kilometer ).
Direkt neben dem Hotel ist ein Restaurant in dem am Freitag
und Samstag Livemusik einer Kapverdischen Band zu hören ist.
Manchmal lassen sich sogar Gäste dazu hinreißen, ein paar Lieder zu singen.
Am Abend treffen sich hier viele Dorfbewohner und vor allem die Jugend.






Der Marine Club ist sicherlich das schönste Haus auf der Insel
und bietet die meiste Unterhaltung
(Shows und Animation ) dafür gibt es aber nur einen kleinen Hotelstrand,
und der Weg in den Ort ist ziemlich weit.
Man kann über eine Straße zum Ort gelangen
(zu Fuß ca. 20 Minuten, es fahren aber auch Hotelbusse)
oder am Strand entlang, dieser wird aber in der Nähe des Dorfes
sehr mit Unrat verschandelt.
In der Umgebung findet man eine karge Mondlandschaft,
die nicht unbedingt zu Spaziergängen einlädt.

 

Es gibt also bei jedem Hotel Vor- und Nachteile.

Meine Empfehlung:
Für Strandliebhaber        ->              Hotel Estoril
Für Surfer                         ->               Hotel Dunas
Für Showfreunde            ->               Marine Club

Viele Sehenswürdigkeiten hat Boa Vista zwar nicht zu bieten,
aber ein paar interessante Dinge gibt es schon zu sehen.
Wer nicht alleine auf Entdeckungsreise gehen will, der ist
bei “Matteo” bestens aufgehoben.
Seine Tourist agency “Santamonica” befindet sich direkt
am großen Dorfplatz in der Nähe der Kirche, wo heute eigentlich
auch sein damals geplantes Internetcafé zu finden sein müßte.
Er organisiert viele sehenswerte Ausflüge und gibt auch sonst wertvolle Tips.
Als ich dort war, kümmerte er sich oft im Hotel “Estoril” um die Gäste.
Da er in Südtirol aufgewachsen ist und mehrere Sprachen spricht,
ist er eingentlich für alle eine lohnenswerte Informationsquelle.
Falls Sie bei Ihm vorbeischauen, richten Sie viele Grüße von mir aus.

Matheo in seiner Argentur
Die gestrandete Santa Maria

Was man von “Sal Rei” zu Fuß erreichen kann,
ist zum einen die ehemalige Ziegelfabrik,
die so nach und nach von der Natur zurückerobert wird.
Das Meiste ist schon unter dem Sand verschwunden, Mauerwerk und
zum Teil der Maschinenpark schauen aber immer noch hervor.
Man braucht nur ca. 2 Stunden vom Hotel Estoril am Strand entlanglaufen,
dann ragt schon der Schornstein in den Himmel.
Ein Tip für alle, die nicht so weit laufen wollen, die Ziegelfabrik gehört
auch meist zum Ausflugsprogramm bei Matteos Insel-Exkursionen.
Ein weiteres interessantes Wanderziel ist das alte Schiffswrack
der “Santa Maria” die an Küste der
  “Costa de Boa Esperanca” gestrandet ist.
Man sollte wiederum ca. 2 Stunden für eine Strecke einplanen,
wobei es diesmal ohne Schatten durchs Landesinnere geht
(es gab sowieso fast nirgendwo Schatten)

All jenen, die einem menschenleeren Traumstrand nicht wiederstehen können,
rate ich, unbedingt einen Ausflug nach “Santa Mónica” zu machen.
Die Straße dorthin ist ab dem Ort “Povoacao Velha” allerdings
kaum noch als solche zu erkennen, wer sich also nicht selbst
zu den Pfadfindern zählt und mit dem Jeep umgehen kann,
sollte mit Matteo eine geführte Tour machen.
Belohnt wird jeder durch einen kilometerlangen, weißen,
unberührten Sandstrand. Mit etwas Glück und in der richtigen Jahreszeit,
kann man sogar Wale sehen.
Und wenn wir gerade bei der Jahreszeit sind,
dazu hier noch meine Tips:
Von Oktober bis in den April ist eigentlich Surferzeit,
da gibt es relativ viel Wind, teilweise so stark,
daß es einem den Strandaufenthalt fast verderben kann.
Von Mai bis August ist Badezeit, es geht wenig Wind
aber es ist dementsprechend heiß.
Nur im September soll es laut Matteo`s Aussage regnen,
teilweise dann auch recht stark.

Der Traumstrand Santa Monica
Im Hafengebiet von Sal Rei

Allgemeine Tips (Stand März 2001)
Viel Sonnenmilch und Sonnenhut mitnehmen, die Sonne ist dort
sehr intensiv, ich hatte zum erstenmal im Leben einen Sonnenstich !
Im Estoril werden keine Kreditkarten akzeptiert, aber die
Rechnung an der Rezeption kann man mit € bezahlen.
Hohe Bearbeitungsgebühren bezahlt man, wenn man
auf der Bank mit einer Kreditkarte Geld holt.
Es gibt nur eine Bank und die ist ohne Bankomat.
Es gibt Mountainbikes zu mieten, aber die Straßen sind
aus Lavagestein gemacht, also kann man es getrost vergessen,
es gibt schnell einen platten Reifen !
Am Strand die Augen offen halten, man kann dort oft Schildkröten im Wasser sehen.
Viele Sachen des täglichen Lebens werden aus Portugal importiert
und sind somit relativ teuer, da alles per Schiff geliefert werden muß.
Das gilt auch für das “Sagres” , das gut schmeckende portugiesische Bier.
( Im Supermarkt ca. 1,- € für 0,25 Liter )