Ägypten ( 2000 )
Tutotel in Luxor

Am Jahresende 2000 überkam mich wieder einmal meine Reiselust
und so ging ich ins Reisebüro und schaute mal, was noch zu kriegen war.

Aus dem begrenzten Angebot entschied ich mich für 1 Woche
Luxor in Ägypten. Von Zürich aus brachte mich eine Maschine der
Fluggesellschaft Crossair in ca. 4 Stunden direkt nach Luxor Airport.

Das Hotel machte einen ganz passablen Eindruck, aber das Zimmer
war eine absolute Katastrophe. Schon als ich hineinging kam ich mir
vor wie in einer Dunkelkammer und der Blick aus dem Fenster
brachte die Erklärung, das Fenster zeigte genau auf eine
ca. 2 Meter entfernte Hauswand die noch einige Stockwerke
nach oben reichte. Mein Gott, was für ein Loch !
Da ich solche Sachen in der Zwischenzeit schon mehrfach erlebt
hatte, jedoch selten so extrem, stand ich wenige Minuten später an
der Rezeption und fragte, ob ich das Zimmer wechseln könnte.
 

Wie immer wollten sie nicht gleich mitspielen, aber da darf man nicht
gleich aufgeben und so bekam ich kurz darauf einen anderen
Schlüssel und schleppte meinen Koffer wieder durchs Hotel.
Das neue Zimmer war dann die nächste Überraschung, das war
nämlich noch belegt. Wenn ich nicht so ein ehrlicher Mensch wäre,
hätte ich jetzt in Ruhe ausräumen können. Auf dem Gang habe ich
dann den “Zimmer - Chef” getroffen, der war vielleicht überrascht !
Er hat mir dann ein Super Zimmer mit Balkon und Blick
 auf den Nil besorgt. (siehe Foto)
Na also, geht doch !
Bereits am ersten Tag kann man sich in Luxor problemlos das
Spazieren gehen abgewöhnen. Man kommt höchstens 5 Meter weit
ohne angesprochen zu werden, dann trifft man schon wieder einen
Freund, denn alle Ägypter sind deine Freunde, besonders
mit deinem Geldbeutel sind sie eng befreundet.
Das ganze war mir nach 2 Tagen so  lästig, das ich die Uferpromenade
nur noch in Ausnahmefällen besucht habe.
 

Warum nicht gleich so ?
Fahrrad Tour zum Tal der Könige

Punkt 1 auf meinem Ausflugsprogramm war “Das Tal der Könige”
 Da dies nur einige Kilometer von Luxor entfernt ist, beschlossen
wir das ganze mit einer Fahrrad - Tour zu verbinden.
Die Strecke selbst wäre kein Problem gewesen, aber die Fahrräder
machten das ganze zu einer Quälerei. Die letzten Kilometer hat es
mich gewundert das ich überhaupt noch vorwärts kam, es ging
immer schwerer. Da ich viel Fahrrad fahre (2-3000 Kilometer im Jahr)
kann es wohl nicht an mir gelegen haben.

Das “Tal der Könige” ist aber auf jeden Fall einen ausgiebigen
Besuch wert, wir hatten den ganzen Tag Zeit, konnten aber trotzdem
nicht alles anschauen. Auf dem Rückweg hat es dann immerhin
noch für den Hatshepsut Tempel gereicht. Für die
Grabbesichtigungen gibt es verschiedene Preiskategorien,
wir haben uns für 3 Gräber entschieden.
Alle kann man sowieso nie besuchen, es sind immer nur ein paar
zur Besichtigung freigegeben, Fotos kosten unter Freunden natürlich extra, natürlich nicht pauschal, jedes Grab kostet extra.

Dem Ausflug mit dem Schiff nach Dendera zum Hathor-Tempel
konnte ich nicht wiederstehen, obwohl es schon früh am Morgen
losging. Es war Grabeskälte auf dem Schiffsdeck und alle hatten
sich nach kurzer Zeit in Badetücher und Jacken eingewickelt. Das
hatte uns leider keiner unserer Freunde erzählt, man hätte es sich ja
sonst noch mal überlegen können. Nachdem die Sonne richtig
herausgekommen war, gingen auch die Temperaturen nach oben,
und der Rest des Tages wurde doch zum Erfolg. Eine Tempelanlage ähnelt zwar irgendwie der  anderen, aber es ist immer wieder
unglaublich zu sehen, was die Menschen vor so vielen
tausend Jahren schon fähig waren zu bauen.

Auf der Rückfahrt nach Luxor gab es dann auch noch ein
Essen im Speisesaal des Schiffes, bevor wir das Lichtspiel
des Sonnenuntergangs auf dem Nil genießen konnten.
 

Sonnenuntergang auf dem Nil
Skulptur im Karnak Tempel

Der nächste Trip ging dann zu Fuß vom Hotel aus zur
Karnak Tempelanlage, einer der schönsten die man in Luxor
anschauen kann. Wie so oft in Luxor werden hier die Touristen
in großen Herden hindurchgeschleust, und es bleibt Ihnen nicht viel
Zeit für eigene Entdeckungen. Die armen Touris haben mir oft leid
getan, es gibt hier so viel zu sehen und zu entdecken, aber die
 meisten von ihnen werden in 1 bis 2 Tagen von einer
 Sehenswürdigkeit zur nächsten getrieben. Am späten Abend habe
 ich sie dann oft gesehen, wie sie abgekämpft in unser Hotel zum
 Abendessen geführt wurden. Das ist eben der Preis, den man für
eine Pauschalreise mit allen Attraktionen bezahlen muss, jede
Individualität bleibt auf der Strecke, aber nachher kann man jedem
erzählen was man alles gesehen hat. Meiner Meinung nach braucht
man für Luxor mindestens 3 - 4 Tage, besser ist ca. 1 Woche, um
ohne Stress und Hektik alle Schätze des Altertums zu bestaunen.
So bleibt dann auch Zeit um das Luxor Museum zu besuchen, wo einige Relikte aus der Blütezeit Ägyptens zu sehen sind.
(Teilweise auch mit deutschen Beschreibungen)
 

Ganz in der Nähe meines Hotels war dann auch noch die
 Luxor Tempelanlage in der an manchen Tagen abends eine
Lightshow aufgeführt wird, na ja, nicht mein Geschmack.
Ich zog es vor mir den Tempel bei Tageslicht anzuschauen,
natürlich erst, nachdem ich auf dem Weg ca. 20 neue Freunde
getroffen hatte, alle hatten zufälligerweise etwas zu verkaufen
oder boten sonstige Dienste oder Fahrzeuge an. Man bleibt aber
auch innerhalb der Tempelanlagen nicht von dienstbaren Geistern
verschont, viele zeigen einem die besten Plätze für Fotos oder
führen einen zu Plätzen die eigentlich für die Öffentlichkeit gesperrt
sind, die Frage nach dem Bakschisch bleibt danach natürlich
nicht aus.

Die Kultur und die alten Schätze dieses Landes sind wirklich
faszinierend, und irgendwann werde ich mir auch die anderen
Sehenswürdigkeiten dieses Landes anschauen, aber es
wird wohl noch eine Weile dauern, bis meine Erinnerungen an
die nervtötenden Ägypter verblasst sind.

Der Luxor Tempel